Trockeneis-Logistik & Kühlkette
Nur 10 % Sublimationsverlust in 48 Stunden.
Trockeneis ist ein Premium-Medium: teuer in der Erzeugung, flüchtig in der Lagerung. Die Rotogal BHS-500.2 hält 400 kg Trockeneis mit nur rund 10 % Sublimationsverlust in 48 Stunden — ein Referenzwert für Produzenten, CO2-Blast-Dienstleister und die Kühlkette in Pharma und Food.
Trockeneis-Kapazität BHS-500.2
Sublimationsrate bei Vollbeladung
Wärmeleitwert 80 mm PUR-Isolierung
leer — 4× beladen (max. 2.280 kg)
Nur 10 % Sublimationsverlust in 48 Stunden.
Ob ein Pharmaunternehmen temperaturkritische Wirkstoffe über Nacht transportiert, eine Reinigungsfirma Trockeneis zum Kundenstandort bringt, oder ein Food-Hersteller eine Kühlkette überbrücken muss: die BHS-500.2 sorgt für verlässliche Temperaturprofile. Eingesetzt als Zwischenlager am Produktionsstandort oder als mobile Transportbox auf der Europalette.
Ihr Nutzen
- Wärmeleitwert 0,02372 W/mK
80 mm starke PUR-Isolierung — unter den besten Werten auf dem Markt für Trockeneis-Transportboxen.
- Europalettenmaß 1200 × 800
Passt lückenlos in bestehende Logistik- und Fahrzeugkonfigurationen — keine Sonderlogistik nötig.
- Stapelbar bis 5 Stück
Leer 5 hoch, beladen bis 4 hoch (2.280 kg Maximallast) — effiziente Nutzung von Lagerflächen.
- Lebensmittelechtes LMDPE
Direkter Kontakt mit Lebensmitteln oder Pharma-Zwischenprodukten ist zugelassen.
Physik der passiven Kühlkette
Trockeneis (festes CO₂, Sublimationstemperatur −78,5 °C) ist das Standard-Kühlmedium für temperatursensible Lieferketten von −70 °C Tiefkühl (mRNA-Impfstoffe, Spezialchemikalien) bis −20 °C Surlyn und Trockeneis-Blasting. Die Herausforderung ist nicht die Temperatur selbst, sondern der Sublimationsverlust: Ein schlecht isolierter Behälter verliert 8–15 % Trockeneis pro Tag, ein gut isolierter weniger als 4 %.
Unser Schlüsselparameter ist deshalb die Wärmeleitfähigkeit der Isolation. 80 mm hochdichter PUR-Schaum (λ = 0,02372 W/mK) ergeben bei 20 °C Umgebungstemperatur und −78,5 °C im Behälter einen Wärmedurchgang von ca. 21 W/m² — das entspricht einem Verlust von rund 3 kg Trockeneis pro Tag und m² Außenfläche. Für einen 600-Liter-Behälter heißt das: 5–7 Tage Standzeit mit 50 kg Trockeneis-Ladung.
Die fugenlose Rotationsform ist hier ein entscheidender Vorteil. Während geschweißte Behälter an Nähten typischerweise Wärmebrücken mit 5–8 W/m² Zusatzverlust aufweisen, hat unser Verfahren keine Nähte. Das steigert die effektive Kühlzeit um 15–25 % gegenüber geschweißten Produkten mit gleicher Wanddicke.
Gefahrgut, UN 1845 und IATA-Transport
Trockeneis ist Gefahrgut der UN-Nummer 1845 (Klasse 9). Für den Straßentransport (ADR), Seetransport (IMDG) und Lufttransport (IATA DGR) gelten spezifische Kennzeichnungs-, Verpackungs- und Dokumentationspflichten. Unsere Behälter sind mit Druckausgleichs-Ventilen ausgestattet, die einen Überdruck über 0,7 bar zuverlässig abbauen — das ist zwingend, weil sublimiertes CO₂ einen Druck von bis zu 6 bar erzeugen kann, wenn das Ventil fehlt.
Für den Lufttransport sind Nettogewicht-Begrenzungen pro Behälter zu beachten: Passagiermaschinen 2,5 kg Trockeneis, Frachtmaschinen bis 200 kg pro Verpackung. Unsere Standard-Behälter sind so dimensioniert, dass die zulässige Ladung klar dokumentiert ist und die Verpackung der UN-Zulassungsnummer entspricht (4G- oder 4H2-Kennzeichnung).
Ein oft übersehener Aspekt ist die CO₂-Konzentration im Laderaum. Bei längeren Transporten mit hoher Trockeneis-Beladung kann die CO₂-Konzentration auf > 5 % steigen — gefährlich für Fahrer und Be-/Entlader. Unsere Behälter haben einen dokumentierten Sublimationsverlust, aus dem sich die notwendige Belüftungsrate exakt berechnen lässt.
Kühlkette mRNA und Spezialpharma
Seit 2020 ist die −70-°C-Kühlkette für mRNA-Impfstoffe (Pfizer-BioNTech: −90 °C bis −60 °C) Thema der Pharma-Logistik. Aktive Kühlung (ULT-Tiefkühler) erfordert Stromversorgung, Monitoring und Wartung; passive Trockeneis-Kühlung ist unabhängig von Infrastruktur und deshalb ideal für die letzte Meile oder als Redundanz bei Stromausfall.
Unsere pharmatauglichen Trockeneis-Behälter erfüllen die Anforderungen an GDP (Good Distribution Practice) und WHO-PQS: temperierte Innenräume mit reproduzierbarer Temperaturverteilung, Logger-Aufnahmen, und vollständige Temperatur-Mapping-Unterlagen. Die Behälter können für IQ/OQ-Qualifizierung mit Kundenprotokollen individualisiert werden.
Für Sekundärverpackung von Zelltherapeutika und biologischen Arzneimitteln bieten wir isolierte Innenboxen mit USP-Class-VI-zertifizierten Kontaktoberflächen. Das ermöglicht eine GMP-konforme Trockeneis-Kühlkette mit dokumentierter Rückverfolgbarkeit bis zum Endkunden.
Der Ablauf
- 1. Trockeneis-Bedarf kalkulieren
Transportdauer, Außentemperatur, Beladungsmuster — wir rechnen den erwarteten Sublimationsverlust und empfehlen die Beladungsmenge.
- 2. Logistik-Kompatibilität prüfen
Europalettenmaß, Stapelhöhe, LKW-Konfiguration — die BHS-500.2 passt in Standard-Logistik ohne Sonderbehandlung.
- 3. Datenlogger-Integration
Für validierte Kühlketten (GMP) integrieren wir Datenlogger-Anschlüsse und Temperaturprofil-Dokumentation.
- 4. Testtransport
Vor der Serienbestellung: 1–2 Boxen auf Ihrer realen Transportroute testen — wir werten Temperatur- und Sublimationsdaten mit Ihnen aus.
- 5. Serienlieferung
Typische Lieferzeit 4–6 Wochen für Standard-BHS-500.2; für Sonderausstattung (Rollen, Sensoren) rechnen wir 8–12 Wochen.
- 6. IATA- und ADR-Schulung
Bei Lufttransport oder grenzüberschreitender Straße unterstützen wir Ihre UN-1845-Dokumentation und Fahrerschulung.
Häufige Fehler & Lösungen
- Unterladung der Box
Je weniger Trockeneis, desto schneller schmilzt es. Wir empfehlen mindestens 70 % Beladung für stabile Temperaturprofile.
- CO₂-Ansammlung in geschlossenen Räumen
Sublimierende Trockeneis erzeugt CO₂. Lagern Sie Boxen immer belüftet — Erstickungsgefahr in engen Räumen ist real.
- Datenlogger zu spät einplanen
Für GMP-Kühlketten müssen Datenlogger-Ports geometrisch mitkonstruiert werden — später nachrüsten kompromittiert die Isolierung.
Häufige Fragen
Für welche Transportdauer ist die BHS-500.2 ausgelegt?
Mit 400 kg Trockeneis ist der Einsatz bis 72 Stunden zuverlässig möglich. Nach 48 Stunden liegen typischerweise noch ~360 kg in der Box — ausreichend für die meisten Sendungen innerhalb Europas.
Ist die Box für den Lufttransport geeignet?
Trockeneis als Transportgefährt unterliegt IATA DGR UN 1845. Die Box selbst entspricht den Anforderungen an Isolierung und Dichtheit; die jeweils aktuelle IATA-Klassifizierung ist pro Sendung zu beachten.
Sind die Boxen auch mit Rollen erhältlich?
Die BHS-500.2 ist für Europaletten-Handling konzipiert. Für Rollen- oder Kufenausführungen entwickeln wir individuelle Varianten — sprechen Sie uns an.
Weitere Einsatzbereiche
Hinweis: Alle Angaben auf dieser Seite – insbesondere Maße, technische Daten, Materialeigenschaften und Einsatzempfehlungen – dienen der allgemeinen Information und sind unverbindlich. Die genauen, auf Ihren Anwendungsfall abgestimmten Spezifikationen klären wir verbindlich im Rahmen von Angebot und Auftragsvergabe.
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