Rotogal
Rotogal im Prozess
Einsatzbereich

Sondermaße & Sonderformate

Wenn Standard nicht passt: Rotations-Kunststoff nach Maß.

Wenn Standard-Palettenboxen, Europaletten oder Trockeneisboxen Ihre Prozessgeometrie nicht treffen, entwickeln unsere Konstrukteure genau die Lösung, die Sie brauchen. Von der ersten Skizze über CAD-Design und Rapid Prototyping bis zur Serienfertigung in Spanien — alles unter einem Dach, mit kurzen Entscheidungswegen und einem Ansprechpartner.

Kennzahlen
250 Stk/Jahr

wirtschaftliche Mindestauflage für eigene Form

8–16 Wochen

Lead-Time: Konstruktion bis Erstmuster

3 Standorte

Engineering DE, Produktion ES, Vertrieb EU

Single-Source

Design, Werkzeugbau, Serie aus einer Hand

Die Ausgangslage

Wenn Standard nicht passt: Rotations-Kunststoff nach Maß.

Typische Sonderprojekte: Anlagen-integrierte Vorlagebehälter, Auffangwannen mit Produkt-spezifischer Geometrie, Sonderpaletten für Robotik-Greifer, Mehrkomponenten-Lösungen mit Edelstahl-Einsatz, farblich codierte Hygiene-Zonen oder Behälter mit in-mold RFID/Barcode. Wir bauen ab etwa 250 Stück jährlich wirtschaftlich eine eigene Form — darunter prüfen wir mit Ihnen Alternativen aus dem Standardsortiment.

Ihr Nutzen

  • Eine Adresse: Design bis Serie

    Konstruktion, Werkzeugbau, Erstmuster und Serienproduktion aus einer Hand — keine Schnittstellenverluste.

  • Rapid Prototyping

    3D-gedruckte Anschauungs- und Funktionsmuster vor der Werkzeug-Entscheidung — Risiko-arm validieren.

  • Materialwahl nach Funktion

    PE-HD, LMDPE, XLPE: wir wählen das Polymer passend zu Medium, Temperatur und Lebensdauer.

  • In-mold RFID & Barcode

    Rückverfolgbarkeit, Pool-Management und Prozesssteuerung — direkt in die Form eingebettet, ohne Aufkleber.

Hintergrund & Details

Rotationsform als idealer Prozess für Sonderformate

Wenn Standardbehälter an ihre Grenzen stoßen — weil Maße, Geometrie, Einbauten oder Funktionen vom Katalog abweichen — ist Rotomoulding das prozessseitig klar überlegene Verfahren. Der Grund liegt in der Werkzeugökonomie: Rotationswerkzeuge aus Aluminium oder Stahlblech kosten typisch 15.000–80.000 € statt 500.000–3.000.000 € wie bei Spritzguss oder Blasformen. Das macht bereits kleine Stückzahlen ab 20 Einheiten wirtschaftlich darstellbar.

Geometrisch sind im Rotomoulding Wandstärken von 3–12 mm, Abmessungen bis 4,5 m Kantenlänge und Volumen bis 25.000 Liter in einem Bauteil realisierbar. Einzigartig ist die Möglichkeit, Hinterschneidungen, Doppelwandungen (für Isolationsanwendungen) und Metall-Einlegeteile (Gewindehülsen, Verstärkungsplatten, Ablassventile) direkt im Prozess zu integrieren — ohne Nacharbeit und ohne Dichtungsprobleme.

Für sehr geringe Stückzahlen (Einzelstücke, 1–5 Teile) bieten wir ein 'Soft-Tooling'-Verfahren mit Blechwerkzeugen: Werkzeugkosten ab 6.000 €, Lieferzeit 4–6 Wochen. Für Serienbauteile (ab 500 Stück/Jahr) optimieren wir das Werkzeug auf reduzierte Zykluszeit und höhere Oberflächenqualität.

Konstruktionsregeln, CAD & Simulation

Rotomoulding hat spezifische Konstruktionsregeln, die deutlich von Spritzguss und Blasformen abweichen. Mindestradien an Außen- und Innenkanten sollten 6× die Wandstärke betragen, Entformungsschrägen typisch 1,5–3°, Flächenversteifungen als Prägungen (Kicker) statt als Rippen. Unser DfM-Team (Design for Manufacturability) prüft jede Kundenzeichnung auf diese Regeln und liefert innerhalb von 5 Arbeitstagen ein belastbares Feedback.

Für anspruchsvolle Anwendungen setzen wir FEM-Simulation (Abaqus, Ansys) ein, um mechanische Belastungen, Temperaturverteilung und Dauerfestigkeit vorherzusagen. Das ist besonders relevant für Transportbehälter mit statischen Stapellasten > 2.000 kg, Drucktanks mit Innendruck > 0,5 bar oder Behälter mit dynamischer Beanspruchung (Vibration, Stoß, Crash-Impact).

Die Materialauswahl umfasst mehr als 20 Rohstoff-Compounds: LLDPE, MDPE, HDPE, XLPE (vernetzt), PP, PA6, EVOH (Barriere), UV-stabilisiert, flammhemmend (DIN 4102 B1/B2), antistatisch, ESD-leitfähig, lebensmittelecht, USP-Class-VI, FDA-konform. Für Spezialanwendungen mischen wir kundenspezifische Compounds auf unserer eigenen Mikronisieranlage.

Prototypenlauf, Serienanlauf, Life-Cycle-Management

Jedes neue Sondermass-Projekt durchläuft bei uns ein strukturiertes Stage-Gate-Verfahren: Anforderungs-Workshop → DfM-Review → 3D-Konstruktion → Prototypen-Werkzeug → Vorserie (1–5 Teile) → Abnahme mit Kunde → Serienwerkzeug (mit Optimierungen aus der Vorserie) → Erstmuster-Prüfbericht → Serienanlauf. Typische Durchlaufzeit vom Kickoff bis zum Serienanlauf: 12–20 Wochen.

Nach Serienanlauf pflegen wir das Werkzeug über den gesamten Lebenszyklus des Produkts — typisch 8–15 Jahre. Das umfasst Werkzeug-Wartung, Änderungs-Management (wenn Kunden Geometrie oder Funktion weiterentwickeln), sowie die Bevorratung von Ersatzwerkzeugen bei strategisch wichtigen Bauteilen.

Für Projekte mit Schutz-Bedarf bieten wir Exklusiv-Werkzeuge mit Eigentumsübergang an den Kunden sowie NDA-geschützte Entwicklungsarbeit. Das ist besonders relevant für OEM-Zulieferungen an Automobilbranche, Medizintechnik und Rüstungsindustrie, wo IP-Schutz und Zugang zu Ersatzteilen über Jahrzehnte vertraglich geregelt sein müssen.

Der Ablauf

Der Ablauf

  1. 1. Skizze, Foto oder Lastenheft

    Starten Sie mit dem, was Sie haben — Handskizze, Foto der aktuellen Lösung, technisches Lastenheft. Wir destillieren daraus die Anforderungen.

  2. 2. CAD-Design und Funktionsmuster

    Unser Engineering erstellt das 3D-Modell und einen 3D-gedruckten Funktionsmuster — Sie sehen und fühlen die Lösung bevor das Werkzeug gebaut wird.

  3. 3. Werkzeugbau

    Nach Freigabe bauen wir die Rotationsform in unserer Werkzeugabteilung — 8–14 Wochen, je nach Komplexität und Größe.

  4. 4. Erstmuster & Abnahme

    Wir produzieren 5–20 Erstmuster, prüfen Maße, Oberfläche und Funktion und liefern zur Freigabe an Sie.

  5. 5. Serienproduktion in Spanien

    Nach PPAP/Freigabe läuft die Serie in unserem spanischen Werk — moderne Rotationsformanlagen, ISO-9001-zertifiziert.

  6. 6. Langfristige Serienbetreuung

    Werkzeug, Spezifikationen und Rezeptur werden unbefristet eingelagert. Nachbestellungen sind auch nach 10+ Jahren möglich.

Häufige Fehler & Lösungen

Häufige Fehler & Lösungen

  • Ungeklärte Hinterschneidungen

    Rotationsguss hat bei komplexen Hinterschneidungen Grenzen — wir klären vor CAD-Start, welche Geometrien fertigbar sind und wo Montage-Inserts sinnvoll sind.

  • Material ohne Langzeit-Test

    Bei kritischen Medien (aggressive Chemikalien, UV) empfehlen wir vor Werkzeugbau einen Materialverträglichkeits-Test mit PE-Platten-Mustern.

  • Volumen-Commitment unterschätzen

    Werkzeugkosten amortisieren über Stückzahl — bei unklarer Volumenprognose sichern wir mit Staffeln und Abnahmegarantien ab.

Häufige Fragen

Ab welcher Stückzahl lohnt sich ein eigenes Werkzeug?

Ab etwa 250 Stück pro Jahr ist eine eigene Rotationsform in der Regel wirtschaftlich. Wir prüfen mit Ihnen Investitionsrechnung, Volumen-Commitment und mögliche Alternativen aus dem Standardprogramm.

Wie lange dauert der Weg von der Skizze zur Serie?

Typischerweise 3–6 Monate: 2–4 Wochen CAD und Prototypen, 8–14 Wochen Werkzeugbau, 2–4 Wochen Erstmuster und Serienfreigabe. Je nach Komplexität und Materialwahl verschieben sich die Phasen.

Welche maximalen Bauteilgrößen sind möglich?

Im Rotationsguss sind Bauteile bis etwa 3.000 Liter Volumen und 3,5 m Kantenlänge realisierbar. Für noch größere Anwendungen entwickeln wir modulare Lösungen.

Hinweis: Alle Angaben auf dieser Seite – insbesondere Maße, technische Daten, Materialeigenschaften und Einsatzempfehlungen – dienen der allgemeinen Information und sind unverbindlich. Die genauen, auf Ihren Anwendungsfall abgestimmten Spezifikationen klären wir verbindlich im Rahmen von Angebot und Auftragsvergabe.

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